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Atemtherapiegeräte für das ganzheitliche Sekretmanagement: die RC-Cornet® PLUS-Varianten im Überblick und in der Anwendung

Das Lösen von festsitzendem Sekret und das Offenhalten der Atemwege können Husten und Atemnot lindern. Wie das praktisch möglich ist, zeigen Manuela Drews und Andrea Ebinger im Webinar „RAUS mit dem ROTZ! – Sekret lösen und das Atmen erleichtern“.
Fachbeitrag von Manuela Drews

Inhalte des Webinars „Sekret lösen und das Atmen erleichtern”

Zähes Sekret ist in vielen Fachbereichen ein bekanntes Problem. Dazu zählen unter anderem die Pneumologie, HNO‑Heilkunde sowie die Innere und Allgemeinmedizin ebenso wie die klinische und außerklinische Intensivversorgung, die Atmungstherapie, die Atemphysiotherapie und die Logopädie. In all diesen Bereichen spielen das Lösen und der Abtransport von Sekret bei Erwachsenen und Kindern eine wichtige Rolle.

Mit hartnäckigem Schleim geht häufig eine gestörte mukoziliäre Clearance einher, wie sie bei COPD, Bronchiektasen, Mukoviszidose oder auch nach Tracheotomie auftritt. Atemtherapiegeräte mit oszillierendem positivem Druck können dabei unterstützen, festsitzenden Schleim zu lösen und den Abtransport zu fördern.

Im Video werden die drei RC‑Cornet® PLUS‑Varianten im Detail vorgestellt, mit der Information, welche Variante zu welcher Indikation passt und worauf es bei der Anleitung ankommt. Sie erfahren im Kontext der praktischen Anwendung:

  • was OPEP‑Therapie ist und wann sie zum Einsatz kommt
  • was Oszillationen in den Atemwegen bewirken können
  • welche der drei RC‑Cornet® PLUS‑Varianten wann geeignet sind
  • worauf es beim Einsatz im Alltag praktisch ankommt
  • wie sinnvoll die Kombination der OPEP‑Therapie mit der Feuchtinhalation ist

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So wirken OPEP-Atemtherapiegeräte

OPEP steht für „Oscillating Positive Expiratory Pressure“, also oszillierender positiver Ausatemdruck. Patient:innen atmen aktiv gegen einen Widerstand aus.

Das Prinzip wirkt dabei doppelt: Der Ausatemdruck kann dazu beitragen, die Bronchien zu weiten und offenzuhalten (Schienung). Gleichzeitig können die entstehenden Schwingungen unterstützen, festsitzendes Sekret von den Bronchialwänden zu lösen und den Abtransport in Richtung der oberen Atemwege zu fördern, sodass es leichter abgehustet werden kann.

Einstellung I und Einstellung II: Druck und Fluss

Das RC-Cornet® PLUS arbeitet mit zwei Einstellungen, die sich in ihrer Wirkweise unterscheiden:

  1. Einstellung I, stabilisierender Ausatemdruck (Stabilizing PEP): Eine vorgeschobene Stenose (Engstelle) bremst den Atemstrom. Der entstehende Ausatemdruck trägt zur Weitung und zum Offenhalten der Bronchien (Schienung) bei. Dadurch kann sich festsitzendes Sekret von den Bronchialwänden lösen.
  2. Einstellung II, mobilisierender Ausatemdruck mit hoher Flussrate (Mobilizing PEP): Die Stenose ist zurückgezogen, der Atemstrom fließt freier. Die erhöhte Flussrate unterstützt den Transport von gelöstem Sekret in Richtung der oberen Atemwege.

In der Praxis beginnt die Therapie meist mit Einstellung I. Bei vielen Patient:innen ist dies bereits ausreichend, sodass gelöstes Sekret selbstständig abgehustet werden kann.

Die RC-Cornet® PLUS-Varianten: Atemtherapie für obere und untere Atemwege

Obere und untere Atemwege bilden eine funktionale Einheit. In der Versorgung werden sie aber oft getrennt betrachtet: Die Nase hier, die Lunge dort. Das RC-Cornet® PLUS ist die weiterentwickelte Generation des ursprünglichen RC-Cornet®-Basismodells und deckt mit seinen Varianten drei Anwendungsbereiche ab. Das Wirkprinzip sowie der Korpus sind dabei identisch. Der Unterschied liegt im jeweiligen Aufsatz.

Variante Typische Indikationen
RC-Cornet® PLUS
Orale Anwendung
Bronchialsekret sowie Husten und Atemnot, z. B. COPD, Mukoviszidose, Bronchitis, Bronchiektasen, Atelektasenprophylaxe/-therapie, Asthma
RC-Cornet® PLUS NASAL
Nasale Anwendung
Sekret im Nasen-Rachenraum, z. B. Sinusitis, Rhinitis, Allergien, Post-Nasal-Drip-Syndrom sowie für Abschwellung und Regeneration bei z. B. Privinismus
RC-Cornet® PLUS TRACHEO
Tracheale Anwendung
Sekretretention bei Tracheostoma, Weaning, eingeschränkter Hustenstoß, außerklinische Intensivversorgung

RC-Cornet® PLUS TRACHEO: Anwendung nur in Spontanatmungsphasen
Das RC-Cornet® PLUS TRACHEO wird direkt an der Trachealkanüle angeschlossen und ist ausschließlich für die Spontanatmung zugelassen.

Anwendung der Atemtherapie zur Schleimlösung im Alltag

Jeder Atemzug über das Atemtherapiegerät zählt. Die Kurzanleitung nennt zwei Minuten pro Sitzung, schwerkranke Patient:innen schaffen diese Dauer jedoch oftmals nicht. Das ist kein Problem: Auch drei oder vier Atemzüge können zur therapeutischen Wirkung beitragen. Wichtiger als die Dauer der einzelnen Anwendung ist die Regelmäßigkeit.

Praktische Hinweise für die Anwendung:

  • Lageunabhängig: Die RC-Cornet® PLUS-Varianten lassen sich auch im Liegen (inkl. Bauchlage) einsetzen. Bei Bedarf wird das Gerät umgedreht oder der Deckel abgenommen, das reduziert den Atemwiderstand zusätzlich.
  • Zubehör: Ein ovales Mundstück erleichtert den Lippenschluss. Zusätzlich sind Masken für Säuglinge, Kinder und Erwachsene erhältlich.

Atemtherapie und die Kombination mit Inhalation oder Sauerstoff

Über den integrierten ISO-genormten Vernebler-Anschluss lässt sich bei allen RC-Cornet® PLUS-Varianten die Feuchtinhalation direkt kombinieren. Für nicht genormte Vernebler gibt es das RC-Cornet® PLUS VERNEBLER SET.

Die empfohlene Reihenfolge beginnt mit der Inhalation in Einstellung I. Die Atmung gegen den Widerstand trägt zur Weitung und Offenhaltung der Atemwege bei, und der verlängerte Atemstrom kann das Medikament tiefer in die Lunge transportieren. Die Befeuchtung ermöglicht die mukoziliäre Clearance. Es folgt die Anwendung in Einstellung II, um das mobilisierte Sekret abzutransportieren.

Eine Sauerstoffgabe kann über einen Sauerstoffadapter integriert werden. Dies ist besonders sinnvoll bei COPD‑Patient:innen, die zur Mundatmung neigen. Über den Adapter wird der Sauerstoff gezielt in den Atemstrom eingebracht.

TRACHEO und Hustenassistent

Bei tracheotomierten Patient:innen ergänzt das RC-Cornet® PLUS TRACHEO den Hustenassistent, ersetzt ihn aber nicht. Im Gegenteil, beide Therapien zusammen unterstützen das ganzheitliche Sekretmanagement, und am Hustenassistent lassen sich die Drücke teils reduzieren, was erfahrungsgemäß angenehmer für Patient:innen ist.

Tipp für die Patient:innen-Aufklärung

Mit leichter-atmen.de bietet CEGLA seit 2009 ein Informationsportal für Patient:innen und Angehörige. Dort finden Betroffene gut verständliche Inhalte zu Atemwegserkrankungen, Atemtherapie und Alltag. Therapeut:innen und Ärzt:innen können die Plattform als ergänzende Anlaufstelle empfehlen, etwa zur Selbstinformation bzw. Vertiefung der Inhalte.

FAQ – Häufige Fragen zu den RC-Cornet® PLUS-Atemtherapiegeräten

Wie funktioniert die Atemtherapie mit den RC-Cornet® PLUS-Varianten?

Bei der Anwendung wird aktiv gegen einen Widerstand ausgeatmet. Dabei entsteht ein positiver Druck für die Weitung und Stabilisierung der Bronchien. Gleichzeitig werden über den Schlauch Oszillationen (Schwingungen) erzeugt, die das festsitzende Sekret von den Bronchialwänden lösen und nach oben mobilisieren können, sodass es leichter abgehustet werden kann. Studien belegen, dass zudem Husten und Atemnot reduziert sowie Exazerbationen und Klinikaufenthalte bei chronischen Atemwegserkrankungen vermindert werden können.

Wie oft sollte das Atemtherapiegerät angewendet werden?

Die Anleitung empfiehlt zwei Minuten pro Sitzung. In der Praxis richtet sich die Dauer nach der individuellen Belastbarkeit. Bei schwerkranken Patient:innen können schon wenige Atemzüge einen relevanten Therapieeffekt erzeugen. Regelmäßigkeit zählt mehr als die einzelne Sitzungsdauer.

Hinweis:
Wir empfehlen die Anwendung morgens, gerne noch im Bett. Denn über die Nacht können wir 0,5–1 Liter Flüssigkeit verlieren, auch über die Atemwege. Dies kann dazu führen, dass die Flimmerhärchen langsamer arbeiten und die mukoziliäre Clearance nur eingeschränkt stattfindet. Oft sitzt deshalb am Morgen das Sekret besonders fest.
Die OPEP-Therapie abends vor dem Schlafengehen durchführen, damit die Atemwege möglichst frei sind und sich nachts weniger ansetzt und verfestigt.

Für welches Alter ist die OPEP-Therapie mit den RC-Cornet® PLUS-Varianten geeignet?

Die RC-Cornet® PLUS-Atemtherapiegeräte sind für Erwachsene und Kinder ab drei Jahren zugelassen. Speziell für tracheotomierte Patient:innen gibt es das RC-Cornet® PLUS TRACHEO, welches für die Gefahrenklasse II zugelassen ist. Alle CEGLA-Produkte sind bereits MDR-zertifiziert.

Wie reinige ich die RC-Cornet® PLUS-Atemtherapiegeräte richtig?

Zur Reinigung zerlegen Sie das Atemtherapiegerät in seine Einzelteile und führen Sie die Reinigungshilfe in den Schlauch ein. Reinigen Sie alle Einzelteile gründlich mit handelsüblichen Geschirrspülmitteln und lauwarmem Wasser. Spülen Sie mit klarem Wasser nach. Sie können alle Teile im Vaporisator oder ca. 5 Minuten in kochendem Wasser reinigen. Lassen Sie danach alle Teile an der Luft vollständig trocknen! In der Klinik kann das RC-Cornet® PLUS auch maschinell gereinigt oder autoklaviert werden.

Wann sollten Schlauch und Gerät ausgetauscht werden?

Der Schlauch sollte nach sechs Monaten ausgetauscht werden, das Atemtherapiegerät einmal jährlich. Bei häufiger Nutzung oder hohen Hygieneanforderungen kann ein kürzeres Intervall sinnvoll sein.

Kann ich das RC-Cornet® PLUS mit Inhalation und Sauerstoff kombinieren?

Ja. Über den integrierten ISO-genormten Vernebler-Anschluss lässt sich bei allen RC-Cornet® PLUS-Varianten die Feuchtinhalation direkt kombinieren. Für nicht genormte Vernebler gibt es das RC-Cornet® PLUS VERNEBLER SET. Eine Sauerstoffgabe lässt sich über einen Sauerstoffadapter integrieren. Aus unserer Erfahrung zu empfehlen, insbesondere bei höheren Sauerstoffgaben.

Download der Unterlagen zum Webinar

Andrea Ebinger

Über die Autorin

Andrea Ebinger

Inhaberin der CEGLA Medizintechnik in zweiter Generation, Geschäftsführerin und die kreative, innovative Kraft im Unternehmen. Sie verantwortet u. a. den Bereich Forschung und Entwicklung und ist maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung der Innovationen RC-Cornet® PLUS- und RC-FIT®-Varianten.

Manuela Drews

Über die Autorin

Manuela Drews

Examinierte Krankenschwester und Fachexpertin mit über 10 Jahren Erfahrung für die außerklinische Beatmung. Sie verantwortet heute bei CEGLA Medizintechnik die strategische Leitung für Homecare-Provider und außerklinische Intensivpflege.

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