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Die bronchiale Hyperreagibilität ist ein charakteristisches Symptom beim Asthma bronchiale, jedoch tritt sie auch in Zusammenhang mit anderen Atemwegserkrankungen auf.
Sie beschreibt eine Verengung der Atemwege nach Einatmung von Stoffen, in Mengen, die beim Gesunden noch keine Symptome (Hustenreiz, Engegefühl, Atemnot, siehe unten) herbeiführen würde. Hierbei kann entweder die Konzentration, bei der die Verengung der Bronchien beginnt, verringert sein oder der Anstieg der Verengung der Bronchien mit der Dosis-Steigerung steiler sein.

Statt von bronchialer Hyperreagibilität zu sprechen, bezeichnen wir diese bronchiale Überempfindlichkeit daher besser als bronchiale Hyperresponsiveness.
1. Auslöser
Verschiedene chemische Reize wie zum Beispiel Histamin, Carbachol oder Methacholin reizen in den Bronchien Rezeptoren, die dann die Bronchien verengen. Weitere Reize die bei bronchialer Hyperresponsiveness zu einer Verengung der Bronchien führen sind, um nur einige zu nennen:

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Kalte Luft
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Parfüm
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Waschmittel
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ausgeblasene Kerzen
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Zigarettenrauch
Die Verengung der Bronchien führt zu einem Gefühl der Enge in der Brust, stellenweise auch zu einem Erstickungsgefühl und in der Regel zu Husten.
Die Beschwerden treten bei bestimmten Wetterlagen verstärkt auf: gerade bei schwülem Wetter und auch bei nasskaltem Wetter; außerdem finden sich tageszeitliche Schwankungen in der bronchialen Überempfindlichkeit mit einer Verstärkung in den Abend- und Nachtstunden. Von diesen oben genannten Auslösern einer bronchialen Hyperresponsiveness trennt man eine spezifische bronchiale Hyperresponsiveness ab, die durch allergische Faktoren bedingt ist.
2. Symptome
In der Regel treten die Symptome: Engegefühl im Brustkorb und Hustenreiz erst nach 5 bis 20 Minuten auf und verschwinden nach ein bis zwei 2 Stunden wieder (sogenannte asthmatische Sofortreaktion). Treten bei allergisch bedingter Hyperresponsiveness zusätzlich die Zeichen einer asthmatischen Spätreaktion auf (in etwa 50 % der Fälle), kommt es nach 6 bis 8 Stunden erneut zu einer Verengung der Bronchien mit den oben beschriebenen Symptomen. In Einzelfällen kann eine solche Spätreaktion auch erst nach 12 Stunden auftreten.
3. Nachweisbarkeit
Um ein Asthma zu bestätigen, kann eine bronchiale Hyperresponsiveness im Laborversuch nachgewiesen werden. Dabei wird die Sekundenkapazität vor und nach dem Bonchialreiz gemessen. Vor einer solchen unspezifischen Provokation müssen Medikamente, die eine bronchiale Überempfindlichkeit unterdrücken, vorher abgesetzt werden. Hierbei handelt es sich vor allem um Medikamente, die Bronchien erweitern (Dosierensaerosole, sowie Theophyllinpräparate, Alpha-blocker, Anticholinergika, DNCG haltige Präparate und Antihistaminika). Eine einfache Methode ist die Messung der Sekundenkapazität vor und nach einem etwa fünfminütigen Dauerlauf. Fällt nach dem Dauerlauf die Sekundenkapazität um mehr als 15 % ab ist eine bronchiale Überempfindlichkeit nachgewiesen. Auch ein Laie kann eine solche Messung mittels des Testgeräts RC- Test Asthma durchführen.
Im Lungenfunktionslabor wird die Bestimmung der bronchialen Hyperresponsiveness in der Regel durch Bestimmung der PC 20 oder PD 20 untersucht. Das heißt es wird ein Stoff meist Methacholin eingeatmet und dann festgestellt, wie viel von dem Stoff inhaliert werden muss, damit die Sekundenkapazität um 20 % abfällt. Anhand dieses Wertes kann ein leichtes von einem schweren Asthma unterschieden werden bzw. ein Asthma ausgeschlossen werden.
Nach einer solchen Inhalation bleibt die Überempfindlichkeit der Bronchien für etwa 2 bis 3 Stunden bestehen. Es kann aber auch vorkommen, dass die Überempfindlichkeit 7 bis 8 Stunden anhält. Die bronchiale Hyperresponsiveness und die asthmatische Spätreaktion gehen mit einer Zunahme der Atemwegsentzündung einher.
Jahreszeitliche Schwankungen der Hyperresponsiveness werden beobachtet.
4. Hyperresponsivness im Zusammenhang mit weiteren Atemwegserkrankungen
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass eine Hyperresponsiveness der Bronchien nicht nur beim Asthma, sondern auch bei der chronisch obstruktiven Bronchitis vorkommt. Beim Asthma besteht jedoch eine Beziehung zwischen dem Ausmaß der Entzündung und der Stärke der bronchialen Hyperresponsiveness. Ein solcher Zusammenhang lässt sich bei der chronisch obstruktiven Bronchitis nicht feststellen.
In Langzeitstudien konnte gezeigt werden, dass die Sterblichkeit der chronischen Bronchitis mit der Schwere der Hyperresponsiveness korreliert. Bei Aufgabe des Zigarettenrauchens bildet sich die bronchiale Hyperresponsiveness etwa nach einem Jahr zurück. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die bronchiale Hyperresponsiveness zumindest zum Teil genetisch mitbedingt ist. Das Gen wird auf dem Chromosom 5 vermutet.
Eine bronchialen Hyperresponsiveness wird zudem nach Virusinfektionen und nach Einnahme gewisser Medikamente (ACE-Hemmer, Betablocker, Cholinergika, um nur einige zu nennen) beobachtet. Nach Virusinfektionen bildet sich die bronchiale Überempfindlichkeit in der Regel innerhalb von 4-5 Wochen auch ohne Medikation zurück. Die medikamentenbedingte Störung erfordert ein Absetzen des Medikamentes.
Es gibt weitere Störungen die mit einer bronchialen Hyperresponsiveness einhergehen. Hier sind der zum Beispiel der Gastroösophageale Reflux, die chronische Rhinitis und das Postnasal Dripsyndrom zu nennen. Eine Therapie dieser Störungen beispielsweise mit dem Nasencornet führt nachweislich zu einer deutlichen Besserung der bronchialen Hyperresponsiveness und damit auf einfache Weise zur Einsparung von Medikamenten.
Der Zusammenhang zwischen oberen Atemwegen und den Bronchien, der lange Zeit in Zweifel gezogen wurde, wird in neuerer Zeit unter dem" United Airways Konzept " im anderen Licht gesehen. Erwähnt werden muss, dass viele Fragen der bronchialen Hyperresponsiveness noch unbeantwortet sind.
5. Behandlung
Die Behandlung der bronchialen Überempfindlichkeit erfolgt, soweit möglich, durch Vermeiden der Auslöser. Asthmatische Frühreaktionen werden durch bronchialerweiternde Medikamenten und bei vorliegen einer Spätreaktion ebenso wie bei Zustand nach Infekten durch meist inhalative, lokal wirksame Glukokortikosteroide behandelt. Diese Steroide werden, um eine weitere Reizung des Rachens und der Bronchien zu vermeiden, am besten mit einer Inhalierhilfe (zum Beispiel AeroChamber Plus) verabreicht.
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